Dresdner Romantikweg  Auf den Spuren der Romantik
 

Eliasfriedhof

Caspar David Friedrichs Grabmalentwürfe

Caspar David Friedrich (Greifswald 1774–1840 Dresden), der bedeutendste Maler der Dresdner Romantik, ist mit seinen Landschaftsgemälden
und Naturstudien in die Kunstgeschichte eingegangen. Kaum bekannt ist dagegen, dass er zwischen 1805 und 1828 zahlreiche Entwürfe für Grabmäler geschaffen hat, von denen sich heute noch 32 Entwurfszeichnungen erhalten haben.
Friedrichs Interesse an Grabmälern und Gedenksteinen, die auch in mehreren seiner Gemälde thematisiert wurden, entwickelte sich wahrscheinlich
durch die Freundschaft und Zusammenarbeit mit dem Bildhauer Christian Gottlieb Kühn (1780–1828 Dresden). Um 1805 begann Friedrich erste Entwürfe zu zeichnen, die auf klassizistischen Grundformen aufbauen. Sie zeigen pflanzliche oder ornamentale Verzierungen sowie plastisch ausgebildete religiöse Symbole, die eine Rückbesinnung auf das Mittelalter erkennen lassen.
Friedrichs Grabmalentwürfe waren nicht auf eine bestimmte Person bezogen, sondern dienten als Vorlagenblätter, die bei Bedarf durch einen
Bildhauer in Stein ausgeführt wurden. Nur für eines der vier auf dem Eliasfriedhof erhaltenen Grabmäler nach Friedrichs Entwürfen gilt Christian Gottlieb Kühn sicher als Bildhauer, während seine Autorschaft für die anderen Grabsteine vermutet wird.




Grabmal des Dr. Christian Ernst Ulrici (1750–1825) 

Der Dresdner Jurist Ulrici hinterließ sein Vermögen dem wohltätigen Zwecken verpflichteten „Verein zu Rath und Tat“. Dieser erteilte auch den Auftrag zur Ausführung seines Grabmals in Form eines schlanken Pfeilers mit Pyramidenstumpf-Aufsatz, der mit gestaffelten Spitzbögen und einem Kreuz auf der Vorderseite dekoriert ist. Die Steinmetzarbeit folgte in diesem Fall beinahe in allen Details einer exakten Entwurfszeichnung, die Friedrich um 1824/25 angefertigt hatte (siehe Zeichnung links oben).


Grabmal der Christiana Augusta Kind (1793–1815)


Die Tochter des sächsischen Appellationsrats Adam Gottlieb Kind starb im Alter von 22 Jahren. Dies ist auf dem schlichten, spätklassizistischen Grabstein festgehalten. Die ausgewogene Form des aus zwei Blöcken und einer aufgesetzten Steinschale bestehenden Grabmals spricht
für die Ausführung durch den Bildhauer Christian Gottlieb Kühn. Vorbild für diese Grabform war vermutlich ein Entwurf Friedrichs. Die flache Steinschale findet sich auch in seinem Gemälde Der Friedhof.


Grabmal des Majors Ernst Müller (1769–1824)


Ernst Müller, ein aus Kurhessen stammender Major, starb am 18. Januar 1824 in Dresden. Das Grabmal entstand nach einer schon um 1805 angefertigten Zeichnung Friedrichs, die drei säulenförmige Grabsteine zeigt. Das ausgeführte Denkmal ähnelt dem
linken der drei Entwürfe. Die nach oben sich verjüngende Säule auf hohem Postament ist mit gotischen Spitzbögen formenden Palmwedeln und Engelsköpfen verziert.


Grabmal der Johanna Henriette Seyffert, geb. Großmann (1764–1811)


Die massive Form des Grabmals, das sich nach oben verjüngt, wurde aus einer Entwurfszeichnung Friedrichs übernommen. In der bildhauerischen Ausführung ersetzte man Blattwerk und Kreuze durch vier mit Mohnkapseln und Schmetterlingen gefüllte Kränze – Symbole des Schlafes und Todes sowie der Auferstehung. Gewidmet war das Grabmal der 1811 verstorbenen Ehefrau des  Kupferstechers und Professors der Dresdner Kunstakademie Johann Gottlob Seyffert.